Derek Sarkin

Toprawan Ranger

Description:

Äußeres

Derek Sarkin ist ein 50jähriger Mensch, an dem der Zahn der Zeit nicht spurlos vorübergegangen ist – seine ehemals schwarzen Haare und sein Vollbart präsentieren sich mittlerweile in eisengrau, wenngleich sie nichts an ihrer Fülle verloren haben, was für eine eitlere Person womöglich Grund zu großer Freude wäre. Derek allerdings blickt aus seinen eisblauen Augen zumeist nach außen missmutig wirkend drein, ein Eindruck, der durch die ein oder andere kleine Spur vergangener Gefechte in seinem Gesicht nur verstärkt wird. 1,87 Meter groß, 83 Kilogramm schwer scheint er nach wie vor für jeden Konflikt gewappnet und man könnte fast den Eindruck bekommen, dass er nur mit einem Blastergewehr in den Händen wirklich “komplett” ist.

Charakter

Geprägt durch seine Kindheit und Jugend auf dem abgelegenen, einfachen Planeten Toprawa hat Derek nicht viel übrig für die Extravaganzen, wie sie etwa auf den Kernwelten zu finden sind. Er redet ungerne um den heißen Brei herum und bevorzugt es, langwierige Diskussionen, die nur dem rhetorischen Ego der einzelnen Teilnehmer geschuldet sind, nach Möglichkeit zu einem präzisen und schnellen Ende zu bringen. Die Notwendigkeit des Tötens hat er als Soldat akzeptiert und glaubt, dass die Tyrannen und der Abschaum der Galaxis nicht alleine mit Worten, sondern insbesondere mit Waffengewalt eingedämmt werden müssen, damit die Schwachen und Schützenswerten eine Chance haben.

Vor den Jedi empfindet Derek einen tiefen Respekt, wie man ihn bei fast allen Angehörigen der Rangers findet, und hat sich dem Orden für den Rest seines Lebens verpflichtet. In seinen Augen sind die Jedi die beste Hoffnung der Galaxis auf Frieden und Gleichgewicht, allerdings nur, wenn sie die Bedürfnisse und Limitierungen der übrigen Bevölkerung nicht außer Acht lassen. Begründet durch Erfahrungen aus seiner turbulenten Vergangenheit ist es ihm wichtig, die allzu abgehobenen Vertreter des Ordens – von denen es seiner Einschätzung nach bedauernswerterweise einige gibt – ab und zu auf den Boden der weltlichen Tatsachen zurückzuholen.

Bio:

Kindheit und Jugend auf Toprawa

Geboren wurde Derek Sarkin als erster und einziger Sohn von Fostar Sarkin, einem Angestellten der Forstverwaltung des Distrikts um die Hauptstadt des Planeten Salik City, und Melia Sarkin, einer Instruktorin an der Jugendakademie der Stadt. Von seinem Vater lernte der junge Derek, das Bewegen in und den Einklang mit der Natur, wann immer er diesen durch die dichten Wälder des Planeten begleitete (insgeheim hoffte Fostar, dass sein Sohn ihm eines Tages in seine Fußstapfen folgen würde). Seine Mutter indes vermittelte ihm einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und bläute ihm die Verantwortung der Starken ein, sich für die (vermeintlich) Schwachen einzusetzen und sie vor den Selbstsüchtigen und Grausamen zu schützen.

Es war eine einfache Kindheit – nicht zu vergleichen mit den Möglichkeiten, die sich einem jungen Menschen etwa auf Coruscant boten, sofern er denn mit den nötigen Privilegien ausgestattet war – doch sie war glücklich. Zumindest, bis Derek volljährig wurde.

Militärdienst – Diener des Volkes

Toprawa war, als abgelegener Planet nicht unmittelbar geschützt durch die Republik, häufiger Opfer von Piraten- oder gar Sklaventreiberangriffen, sodass sie lokalen Behörden sich in periodischen Abständen darum bemühen mussten, die Systemstreitkräfte aufzufüllen. Vor einer allgemeinen Wehrpflicht schreckte man zurück, doch die Holonachrichten waren voll mit pathetischen Rekrutierungsfilmen, die an die Pflicht eines jeden geeigneten Bürgers appellierten, die Heimat gegen jeden Aggressor zu beschützen. Diese Appelle blieben nicht ohne Wirkung auf Derek, war er doch beeinflusst von den Erzählungen seiner Mutter aus Zeiten, in denen mandalorianische Barbaren die Galaxis plünderten und brandschatzten und noch weitaus finsterere Mächte den Frieden der Galaxis gefährdeten, ehe sie durch die Jedi und andere tapfere Kämpfer für Recht und Ordnung zur Strecke gebracht wurden.

Er verpflichtete sich für zunächst 10 Jahre bei den Systemstreitkräften des Planeten – und es kam zum Bruch mit seinem Vater, der in der Tätigkeit eines Soldaten in dieser relativ friedlichen Zeit reine Verschwendung sah und insgeheim enttäuscht war, dass sein Sohn ihm doch nicht folgen wurde. Derek verließ seine Familie im Streit – sehr zum Leidwesen seiner Mutter, die die Sehnsüchte ihres Sohnes besser verstehen konnte – und startete die Grundausbildung. Aufgrund seiner Fähigkeiten sortierte man ihn bei den Bodentruppen ein, wo er die von seinem Vater erlernten Tricks und Kniffe bei der Navigation durch die Wildnis und unübersichtliches Gelände bestens einschätzen konnte. Auch an der Waffe bewies Derek Geschick, wie auch im Umgang mit kleineren Raumschiffen, weswegen sein späterer Kompanieführer ihm eine Ausbildung auch im Fliegen und im Umgang mit Navigationscomputern zukommen ließ, sodass er etwa als Pilot des Truppentransporters seiner Einheit fungieren konnte. Schnell bewies er sich bei Operationen gegen Piratenbanden und Sklavenhändlerringe, die die Systemverteidigungsstreitkräfte Toprawas immer aufs Neue testeten…

Helfer des Ordens

Die Streitkräfte von Toprawa waren ungeachtet ihrer im Vergleich zum republikanischen Militär eher minderwertigen Ausrüstung recht erfolgreich darin, ihre Heimatwelt gegen Übergriffe von Piraten und ähnlichem Abschaum zu verteidigen, doch wie jede andere Erfolgsgeschichte hatte auch diese Ausnahmen. Unglücklicherweise war Derek es Dereks Einheit, die in einen von langer Hand geplanten Hinterhalt geriet – ausgehend von einem gefälschten Notruf – und im anschließenden Gefecht, aus dem er eine seiner vielen Narben zurückbehielt, beinahe aufgerieben worden wäre. Nur das zufällige – oder durch die Macht gesteuerte? – Auftauchen einer Gruppe Jedi, die Toprawa auf der Suche nach potentiellen Padawanen hatte aufsuchen wollen, rettete die Einheit – und Dereks Leben, der es ohne den Eingriff einer Jedi-Heilerin aus der Gruppe nicht bis zur nächsten medizinischen Einrichtung geschafft hätte.

Es war seine erste tatsächliche Begegnung mit den Jedi, von denen er natürlich viele Geschichten gehört hatte. Fast immer waren sie die Helden der Sagen aus vergangenen Zeiten gewesen, die der furchterregenden Macht der Mandalorianer getrotzt und sich mit dunklen Wesen ähnlicher Fähigkeiten gemessen hatten. Viele dieser Geschichten wurden durch Gespräche mit einem der Meister der Gruppe, der Derek häufig am Krankenbett besuchte, in die rechte Perspektive gerückt, doch die grundlegende Bewunderung für die Jedi und ihre Mission blieb und hinterließ einen tiefen Eindruck auf den mittlerweile erfahrenen Soldaten.

Kurz darauf fand Derek sich an einem Scheideweg seines Lebens wieder – seine zehnjährige Dienstzeit war vorüber, doch sein Vorgesetzter hatte bereits mehrmals angedeutet, ihn für den weiteren Offiziersdienst vorschlagen zu wollen. Zwar war Derek keine charismatische Führungspersönlichkeit, hatte seine Pflichten jedoch stets weit außerhalb dessen, was von einem temporären Soldaten der Systemstreitkräfte erwartet wurde, erfüllt – er war also zu einem Aktivposten geworden, auf den seine Einheit nur ungerne verzichten wollte. Gleichzeitig jedoch führte er ein letztes Gespräch mit dem Jedi-Meister, der ihm einen weiteren Grund für die Anwesenheit seiner Gruppe auf Toprawa eröffnete: die Gründung einer paramilitärischen Einheit, Rangers genannt, die, losgelöst von republikanischen Verwaltungseinheiten oder planetarischen Regierungen, die Jedi auf ihrer Mission unterstützen sollte, Frieden und Gleichgewicht auch in die entlegeneren Bereiche der Republik zu bringen, die vom republikanischen Rechtswesen oft nur wenig mitbekamen.

Die Entscheidung fiel ihm ungeachtet der guten Zeit, die er mit seinen Kameraden im Dienste Toprawas verbracht hatte, sehr leicht. Welch höherem Ideal konnte er sich schon verschreiben als der Mission der Jedi, als ihrem Streben nach Frieden? So wurde er mit 28 Teil der ersten Kompanie der Toprawan Rangers, eines Zusammenschlusses aus anderen Soldaten der Systemstreitkräfte Toprawas und der umliegender Systeme. Die Rangers agierten hierbei sehr selten – fast nie – als geschlossene Einheit, sondern teilten sich in kleinere Gruppen auf, die unterschiedliche Jedi, mal einzelne Meister, mal größere Zusammenschlüsse aus Rittern und Padawanen, auf ihren Wegen begleiteten und unterstützten.

Bevor er aufbrach versuchte er, zum ersten Mal nach seinem Beitritt zum Militär, den Dialog mit seinen Eltern zu suchen und musste dabei seinen Vater auf dem Totenbett vorfinden. Eine seltene Infektion hatte diesen heimgesucht, unheilbar für selbst die besten Ärzte Salik Citys und auch durch die Jedi nicht zu bekämpfen, da die Heilerin, die Dereks Leben gerettet hatte, bereits wieder von Toprawa verschwunden war. Sein im Sterben liegender Vater drückte Reue über die harschen Worte aus, die er seinem Sohn vor ihrer Trennung an den Kopf geworfen hatte, und schien sich darüber hinaus besser mit dessen Entscheidung, den Rangers beitreten zu wollen, arrangieren zu können als mit reinem Militärdienst. Als Fostar Sarkin starb, hatte er seinen Frieden mit seinem Sohn geschlossen.

Nach der Beerdigung seines Vaters war es für Derek an der Zeit, die Jedi auf ihrer ersten Reise zu begleiten – nach Coruscant, dem strahlenden Zentrum der Galaxis, wo er den Orden kennenlernen sollte, seine Struktur, seine Prinzipien. Der dicht besiedelte Stadtplanet erschlug den Menschen von Toprawa auf den ersten Blick – doch schnell empfand er Abscheu gegenüber den Gegensätzen, die Coruscant selbst zur Blütezeit der Republik repräsentierte, den krassen Widerspruch zwischen jenen, die in den schillernden Wolkenkratzern lebten, und jenen, die in ihren Schatten ihr Dasein fristeten. Auch solche Ungerechtigkeiten zu lindern erkannte er als Mission der Jedi, dort korrigierend einzugreifen, wo das System Fehler aufwies, ohne es deshalb grundlegend in Frage zu stellen.

Die aufregendste Zeit seines Lebens sollte beginnen – mit ihren Höhen und Tiefen.

Das Massaker von Mendicat III

Als Ranger bereiste Derek zahlreiche Planeten, einige davon bewohnt, andere unbewohnt, von Wildnis überwuchert und somit das ideale Terrain, seine speziellen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Planet Mendicat III war ein solcher Planet, lediglich eine Randnotiz im Bericht republikanischer Prospektoren, die das Mendicat-System flüchtig katalogisiert und als nicht sonderlich interessant eingestuft hatten. Überwuchert von dichtem Dschungel war Mendicat III jedoch, wie sich später herausstellte, Standort antiker Ruinen und somit Ziel einer Gruppe aus Archäologen, die Untersuchungen über das seit langem untergegangene, fast schon mythische „Ewige Imperium“ der Rakata anstellen wollte. Aufgrund der angeblichen Verbindung der Rakata zur Macht war auch eine Gruppe Jedi – wenige Meister und viele Padawane, die ihre ersten Schritte in einer vermeintlichen ungefährlichen Umgebung gehen sollten – Teil der Expedition nach Mendicat III, zusammen mit vier Rangers, unter ihnen Derek.

Irgendwie jedoch war der Umstand, dass eine Gruppe Jedi-Gelehrter, nicht sonderlich im Kampf geübt, sich ohne besonderen Schutz auf einen abgelegenen Planeten begeben hatte, gewissen Kreisen bekannt geworden, Kreisen, die es für angebracht hielten, ein Exempel an den Jedi zu statuieren, die ihre Pläne ein ums andere durchkreuzt hatte. So wurde das Lager der Archäologen von einer Gruppe Piraten überfallen – angeführt von Kriegern in furchterregenden mandalorianischen Rüstungen, von denen Derek allerdings niemals erfahren sollte, ob es sich wirklich um Mandalorianer, oder lediglich um Nachahmer, gewöhnliche Banditen handelte.

An diesem Punkt scheiterten die Ranger an dem Hochmut eines der Jedi-Meister, der die nicht-machtsensitiven Angreifer geringschätzte und all ihre Warnungen in den Wind schlug, sondern den Piraten offen die Stirn bieten wollte, in Erwartung, sie mit Hilfe der Macht ohne Probleme neutralisieren zu können.

Es war eine Katastrophe. Nachdem die Piraten alle Jedi, die alt genug waren, sich im Kampf zu beweisen, und ihre Ranger-Begleitung mit einem Scheingefecht abseits des Lagers gebunden hatten, schlug ihre Hauptstreitmacht genau dort zu, wo die Archäologen und jungen Padawane unter dem Schutz eines einzelnen Rangers Zuflucht gesucht hatten. Als die Jedi nach einem verlustreichen Kampf die Ablenkung beseitigt hatten, mussten sie schließlich bei der Rückkehr zum Lager ihren fatalen Fehler erkennen – ihnen bot sich das Bild eines Gemetzels. Die Archäologen, der Ranger, die Padawane, sie alle waren brutal niedergestreckt worden, zum Teil gefoltert, die Angreifer hatten sich in den Dschungel zurückgezogen. Eine junge Padawan, ein Mädchen von gerade Mal 12 Jahren, erlag in Dereks Armen ihren furchtbaren Verletzungen. Von der Gruppe waren nur zwei Ranger und drei Jedi, zwei Ritter und ein Meister, übrig geblieben.

Der Anblick der geschändeten und getöteten ließ den einst so hochmütigen Meister in Raserei verfallen. Er brüllte seinen Zorn in den Dschungel, jede Gelassenheit und Passivität, wie sie die Jedi aufzeichnen wollte, vergessend – und rannte schließlich, ohne dass man ihn aufhalten konnte, in das Dickicht, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Stundenlang drangen unheimliche Geräusche zum kleinen verbliebenen Grüppchen, das sich um die Beisetzung der Toten kümmerte, vor, bis es schließlich still wurde im Dschungel. Nach einer Suche am nächsten Tag fanden sie den Meister – tot, mit entsetzlich verunstaltetem Gesicht, inmitten eines Haufens getöteter Piraten, von denen jedoch keiner eine mandalorianische Rüstung trug. Einer der Ritter vermutete mit bebender Stimme, dass der Meister sich in seinen letzten Stunden der dunklen Seite hingegeben haben musste.

Die übrigen Piraten waren fort und die Überlebenden der Gruppe verließen Mendicat III – um eine bittere Erfahrung reicher…

Die Straße gleitet fort und fort

Nie wieder sollte Derek in seiner bisher 22 Jahre währenden Zeit als Toprawan Ranger ähnliches Grauen erleben wie auf Mendicat III. Die Lehren, die er daraus zog, waren eindeutig – auch die Jedi waren nicht unfehlbar. Und immer lauerte die dunkle Seite mit ihren Verlockungen, um Machbenutzer in ihre Fänge und ins Verderben zu treiben. An seiner Loyalität zum Orden der Jedi änderte das nichts – im Gegenteil. Er erkannte in den Prinzipien und Bemühungen des Ordens die einzige Möglichkeit, dieser Dunkelheit Paroli zu bieten. Er würde diese Bemühungen mit seinem Leben unterstützen – bis er einst in Erfüllung seiner Pflicht sterben sollte.

Derek Sarkin

Star Wars - Rising Darkness CK2587